Ausstellungen 2020

»Am Anfang war das Material«

Elke Lennartz / Klaus Madlowski / Constanze Prelle
10. Juli – 13. September 2020

Städtische Galerie Alte Schlosserei Lehrte
Die., Mi., Do., Frei. und So. von 14 – 18 Uhr


In der Kunst materialisieren sich Ideen in Werken, die aus Materialen bestehen, die jeweils eine eigene spezifische Beschaffenheit besitzen. Daher stellt die Wahl des Materials bereits eine wichtige Entscheidung im künstlerischen Prozess dar. Die Aus- einandersetzung mit Materialität ist das verbindende Element der drei ausstellenden Künstler, deren Werke unabhängig voneinander entstehen. Die gemeinsame Präsentation eröffnet neue Wahrnehmungsebenen in der wechselvollen Betrachtung der Objekte hinsichtlich ihrer Farbigkeit, Haptik, Materialität und Wirkung im Raum.

Elke Lennartz verwendet Restmaterialien aus Fertigungsprozessen, deren Form sie bearbeitet und mit Gaze und Farbe überzieht. Die abstrakten Objekte werden zu ausdrucksvollen Trägern von Bewegung, Stabilität und Nachgiebigkeit. Ihr intensives Farbgewand macht sie zu Zeichen im Raum.

Klaus Madlowski setzt verschiedene Materialien wie Holz, Metall, Beton oder Abfälle vom Architekturmodellbau ein. Seine Reliefs und Objekte, die meist einer geometrischen Formensprache verpflichtet sind, befragen mit ihren Clustern, Schichten und Formen den Raum auf spielerische Weise.

Constanze Prelle läßt Klebeband und Folien zu Protagonisten von Bildern, Objekten und Interventionen im Raum werde, Materialien, die sonst hinter ihrer Funktion verschwinden. Den Werken ist das Prozesshafte der Arbeitsweise eingeschrieben, das sich in Rastern, Strukturen und Gebilden ausdrückt.




»In diesen Häusern wohne ich«

Künstlerhaus Göttingen, Gotmarstr. 1

Skulpturen und Bilder


Ausstellungen 2019

BBK-Jahresausstellung »Was bewegt«

Galerie im Stammelbach-Speicher
27. Oktober – 24. November 2019


Voluptas carnis 
Fleischeslust   2019

»Wir kennen von allem den Preis und von nichts den Wert« O. Wilde

Lethe Fluch und Segen 2019




Meine nächste Ausstellung findet im Braunschweiger Raum statt, in Schöningen, der Stadt der Speere.

Ich würde mich freuen, Sie am 31. März 2019 um 11 Uhr im Kunstförderverein Schöningen, Brauhof 12 begrüßen zu dürfen.


Ausstellungen 2018

driften

Klaus Madlowski / Elke Lennartz / Constanze Prelle

im Kunstverein Barsinghausen in die Galerie Intermezzo, City-Center, Marktstr. 38, 30890 Barsinghausen

Einführung: Prof. Wilfried Köpke
Ausstellungsdauer: 19. Oktober – 18. November 2018
Sa. 11 – 15 Uhr, So. 15 – 18 Uhr, Do. 15 – 20 Uhr


Was Kunst mit uns macht!

Wahrheit, Aura, symbolische Bedeutung
Laboratorium Philosophie

Gäste des Abends: Dr. Nadine Haepke, Architektin, Elke Lennartz, Bildhauerin, Prof. Dr. Peter Rautmann, Kunsthistoriker
Samstag 22. September 2018, 19 Uhr auf dem Hermannshof, 31832 Springe-Völksen


genius loci

Der Geist des Ortes

Ausstellung von 20 KünstlerInnen des BBK Hildesheim im Dommuseum Hildesheim
anlässlich des 40jährigen Bestehens vom 16. August – 9. September 2018

Elke Lennartz / SPURENSUCHE / 2018 / Kunststoff, Gaze / ca. 2 m je Einzelobjekt

Spuren, die wir hinterlassen – Wege, die wir gehen: Die Installation besteht aus Skulpturen des Arbeitszyklus »Wege«, bei dem jedes feingliedrige Element für einen persönlich beschrittenen Weg steht. In Verbindung mit der Ausgrabungsstätte zeigen die Zeitspuren unser Eingebettetsein in Überlieferung und Kultur, Tradition und Handlungsmuster.



Elke Lennartz

Kleine Skulpturen

planther 27

Galerie für Kunst und Objekt

Plantherstr. 27
301075 Hannover
Mo. – Fr. 14 – 18 Uhr
oder nach Vereinbarung


Wenn Geist zu haben heißt, sich Vorstellungen zu machen, dann heißt Kunst, Betrachter dazu zu bewegen, sich bestimmte Vorstellungen zu machen. Bildhauer und Maler schaffen dafür anschauliche Gebilde, die von ihnen selbst oder Helfern verfertigt werden. Die Zu- und Vorbereitung der zur Verfertigung eingesetzten Materialien sowie die Verfertigung der Kunstwerke erfordern gelegentlich hohe handwerkliche Fähigkeiten. Viele Betrachter halten das handwerkliche Können für etwas künstlerisch Wesentliches. Das ist es aber nicht.

Erst im zwanzigsten Jahrhundert wurde die Trennung der Betrachtung des künstlerischen Handwerks von der des künstlerischen Gegenstands thematisiert und im Kunstwerk vollzogen. Heute ist es möglich, Kunstwerke rein, ohne Berücksichtigung des Handwerks, zu betrachten.

Elke Lennartz gehört zu den Künstlerinnen, die unsere immer noch vorhandene Neigung, nach dem Handwerk zu fragen und das Kunstwerk handwerklich zu beurteilen, strategisch unterlaufen.

Zum einen findet sich diese Strategie schon in ihrem handwerklichen Zugriff – weshalb es überraschenderweise doch wichtig ist, ihr Handwerk zu betrachten. Elke Lennartz erarbeitet ihre Skulpturen fast ausschließlich aus standardisierten Industrieerzeugnissen, häufig Resten automatischer Fertigung, ihre Arbeitstechniken sind unkompliziert. Handwerkliche Virtuosität spielt keine Rolle. Nahezu jeder wäre nach kurzer Information über das Wie in der Lage, selbst Dinge á la Lennartz herzustellen – nur Kunstwerke wären sie nicht. (Wie es zum Beispiel nicht schwierig wäre, Formeln á la Einsteins E = m · c2 zu ersinnen und aufzuschreiben. Nur wissenschaftliche Formeln wären sie nicht.)

Zum anderen erklären Elke Lennartz‘ Kunstwerke ihre technische Entstehung für völlig irrelevant. Lässt man sich betrachtend auf ihre Kunstwerke ein, erfährt man geradezu, dass Wissen um ihre handwerkliche Verfertigung der Begutachtung nicht ein Gramm Lust oder Bedeutung hinzufügt. Elke Lennartz‘ gelungene Kunstwerke geleiten den Betrachter durch ihre Überzeugungskraft in eine Welt, die sich selbst – und dem Betrachter – genügt, unabhängig von den Bedingungen ihrer Kreation. Einerseits stehen Elke Lennartz‘ gelungene Kunstwerke nur für sich selbst, andererseits aber ziehen sie den Betrachter in eine Selbsterfahrung, die dem begrifflichen Γνῶθι σεαυτόν des Sokrates ein sinnliches Erkenne dich selbst! zur Seite stellt – der Betrachter fühlt sich im Innersten angerührt. Elke Lennartz‘ gelungene Kunstwerke führen uns gelungenes Sein vor, ohne dessen spezifische Bedingungen zu problematisieren. Vor solch gelungenem Sein erfassen wir uns und unsere Lebensaufgabe wieder.

Mai 2017
Jost Merscher